Gleichstellungsarbeit in einem landesweiten Netzwerk

Landesweite Aktivitäten

Mutterschaften erforschen . Politisch. Intersektional. widerständig.

Interdisziplinäres Online-Kolloquium

Kaum ein gesellschaftliches Feld ist so stark normiert und zugleich politisch aufgeladen wie Mutterschaft. Zwischen Tradwife-Ästhetik und neoliberalen Imperativen der Selbstoptimierung ist sie längst zum ideologischen Aushandlungsraum geworden. Während rechte und neokonservative Bewegungen Mutterschaft gezielt instrumentalisieren und naturalisieren, verschieben individualisierende Vereinbarkeitsnarrative strukturelle Verantwortung ins Private.

Das interdisziplinäre Online-Kolloquium „Mutterschaften erforschen“ setzt hier an: Gemeinsam mit dem Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft sowie dem icp-institute for critique and practice entwickeln wir eine strukturanalytische, queer-feministische und intersektionale Perspektive auf Mutterschaft als politische Praxis.

Im Fokus steht die Frage, wie Mutterschaft jenseits von Moralisierungen und neoliberalen Verkürzungen neu gedacht werden kann—als eine Praxis, die gesellschaftliche Machtverhältnisse nicht nur reproduziert, sondern auch irritiert und transformiert.

Das Kolloquium bringt Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen zusammen, um bestehende theoretische und empirische Ansätze zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Es versteht sich als offenes, solidarisches Austauschformat (friendly/open colloquium).

Eingeladen sind Early-Career-Forschende, etablierte Wissenschaftler*innen sowie Interessierte.

Anmeldung unter: kolloquium@mutterschaft-wissenschaft.de

 

PROGRAMM WINTERSEMESTER 2026/2027

08.10.26, 12:00-15:30 Historische Mutterbilder 

  • Anna Maria Pham: "Zwischen Mutterschaft und Kunstproduktion: Codierungen weiblicher Kreativität um 1800"
  • Pola Groß: „'Liebe und Sitte und wahre Kindsliebe sind das Element des Weibes.' Mutterschaft, Stillen, und Weiblichkeit in der Literatur des 19. Jh."
  • Simone Niehoff: "Für gleichen Lohn, gegen die 'doppelte Last' und den §218. Mutterschaftsdiskurse in der proletarischen Frauenbewegung"
  • Judith Stursberg: "Der Orientierungsrahmen Mutterschaft als intergenerationaler Wissensbestand"

19.11.26, 12:00-15:30 Mutterschaft und Philosophie

  • Lisa Krall: "Vielstimmigkeiten & Unstimmigkeiten des Mutterseins – neomaterialistische Perspektiven"
  • Veronika Hilzensauer: "Mutterschaft als relationales Handeln"
  • Carmen Irene Gonzáles Menéndez: "Umkämpfte Proximitäten"

10.12.26, 12:00-15:30 Kunst, Medien und Aktivismus

  • Shari Adlung: "Das Glück der Mütter: Affektive Ordnungen von Mutterschaft auf Instagram"
  • Friederike Jage-D’aprile : "Erschöpfte Mutterschaft als Care-Entertainment auf Instagram"
  • Frances Falling: "Bühnenmütter der Musikgeschichte: Selbstentwürfe. Herausforderungen. Strategien"
  • Angela Siebold: "Mutterschaft und Kunst - Möglichkeitsräume durch kollektives Arbeiten"
  • Malwina M. Miziarska: "(Un)doing Motherhood: Jenseits der Mutterschaftsnormen in den performativen Künsten"

21.01.26, 12:00-15:30 Mutterschaft in Selbsterforschung

  • Sina Kloß: "Ethnografische Mobilität und Care: Perspektiven alleinerziehender Mütter in der Forschung"
  • Linda Luv: "Die andere Mutter – Alltägliche Fürsorge als performative Praktik der Verunordnung"
  • Rosa Gruner: „'Man merkt gar nicht, dass du Kinder hast' – Ein ringen um die eigene Verortung"
  • Leah Stange: "Autoethnografie als methodischer Zugang zu Mutterschaft(sforschung)"

Das Kolloquium wird im Sommersemester 2027 fortgesetzt.

Eine Kooperationsveranstaltung des Projekts FEM POWER Vision mit dem Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft und dem icp Berlin.

 

 

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Letzte Änderung: 26.08.2026 -
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