10.12.26_Mutterschaften erforschen . Politisch. Intersektional. widerständig.
Online | 12 - 15:30 Uhr
Interdisziplinäres Online-Kolloquium: Historische Mutterbilder

Kaum ein gesellschaftliches Feld ist so stark normiert und zugleich politisch aufgeladen wie Mutterschaft. Zwischen Tradwife-Ästhetik und neoliberalen Imperativen der Selbstoptimierung ist sie längst zum ideologischen Aushandlungsraum geworden. Während rechte und neokonservative Bewegungen Mutterschaft gezielt instrumentalisieren und naturalisieren, verschieben individualisierende Vereinbarkeitsnarrative strukturelle Verantwortung ins Private.
Das interdisziplinäre Online-Kolloquium „Mutterschaften erforschen“ setzt hier an: Gemeinsam mit dem Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft sowie dem icp-institute for critique and practice entwickeln wir eine strukturanalytische, queer-feministische und intersektionale Perspektive auf Mutterschaft als politische Praxis.
Im Fokus steht die Frage, wie Mutterschaft jenseits von Moralisierungen und neoliberalen Verkürzungen neu gedacht werden kann—als eine Praxis, die gesellschaftliche Machtverhältnisse nicht nur reproduziert, sondern auch irritiert und transformiert.
Das Kolloquium bringt Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen zusammen, um bestehende theoretische und empirische Ansätze zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Es versteht sich als offenes, solidarisches Austauschformat (friendly/open colloquium).
Eingeladen sind Early-Career-Forschende, etablierte Wissenschaftler*innen sowie Interessierte.
Anmeldung unter: kolloquium@mutterschaft-wissenschaft.de
PROGRAMM WINTERSEMESTER 2026/2027
Lesen Sie hier die Abstracts zum Programm des Kolloquiums im Wintersemester.
10.12.26, 12:00-15:30 Kunst, Medien und Aktivismus
- Shari Adlung: "Das Glück der Mütter: Affektive Ordnungen von Mutterschaft auf Instagram"
- Friederike Jage-D’aprile : "Erschöpfte Mutterschaft als Care-Entertainment auf Instagram"
- Frances Falling: "Bühnenmütter der Musikgeschichte: Selbstentwürfe. Herausforderungen. Strategien"
- Angela Siebold: "Mutterschaft und Kunst - Möglichkeitsräume durch kollektives Arbeiten"
- Malwina M. Miziarska: "(Un)doing Motherhood: Jenseits der Mutterschaftsnormen in den performativen Künsten"
21.01.26, 12:00-15:30 Mutterschaft in Selbsterforschung
- Sinah Kloß: "Ethnografische Mobilität und Care: Perspektiven alleinerziehender Mütter in der Forschung"
- Linda Luv: "Die andere Mutter – Alltägliche Fürsorge als performative Praktik der Verunordnung"
- Rosa Gruner: „'Man merkt gar nicht, dass du Kinder hast' – Ein ringen um die eigene Verortung"
- Leah Stange: "Autoethnografie als methodischer Zugang zu Mutterschaft(sforschung)"
Das Kolloquium wird im Sommersemester 2027 fortgesetzt.
Eine Kooperationsveranstaltung des Projekts FEM POWER Vision mit dem Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft und dem icp Berlin.



