Gleichstellungsarbeit in einem landesweiten Netzwerk

„(F)empowering Mutterschaft - Mutterschaft und Demokratie “ Eine Vortragsreihe zu Care, Wissen und Widerstand

22.06.2026 -

22.06.2026 | Online | 14:00 - 15:30 Uhr 

„(F)empowering Mutterschaft - Mutterschaft und Demokratie “ 
Eine Vortragsreihe zu Care, Wissen und Widerstand

Gerechte Geburtshilfe statt ideologisierte Mutterbilder
Eva Tolasch & Clara Eidt 

In Zeiten, in denen Gleichstellungsarbeit und feministische Errungenschaften in Sachsen-Anhalt zunehmend infrage gestellt werden, möchte die Vortragsreihe Mutterschaft als gesellschaftspolitischen und demokratischen Erfahrungsraum sichtbar machen. Mutterschaftsdiskurse prägen Vorstellungen von Familie, Geschlecht, Arbeit und Fürsorge – und damit auch die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens.

Wir verstehen Mutterschaft als einen Ort von Verantwortung, Beziehungsethik und Solidarität, zugleich aber auch als Schauplatz politischer Auseinandersetzung: Wer gilt als „gute Mutter“? Wer darf Mutter sein? Und wessen Fürsorge findet gesellschaftliche Anerkennung?

Die Reihe lädt Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen und Kulturschaffende dazu ein, neue Narrative von Mutterschaft zu entwickeln – jenseits konservativer oder antifeministischer Engführungen – und Räume feministischer Demokratiebildung zu öffnen.

22.06.2026 | Online | 14:00 - 15:30 Uhr 

Das Verhältnis von Demokratie und Mutterschaft loten Tolasch und Eidt in ihrer explorativen qualitativen Untersuchung zu Erzählungen von Hebammenstudierenden aus. Sie zeigen, dass Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett politisch sind. Denn diese besonderen Lebensereignisse werden nicht von allen Mütter* gleichermaßen – trotz Standards und Leitlinien – sicher und unterstützend erlebt. Reproduktive Gesundheitsversorgung ist vielmehr von strukturellen Ungleichheiten geprägt, die entlang von etwa Klasse, Herkunft, Geschlecht, geografischer Lage, Aufenthaltsstatus oder Körpernormen gesundheitliche Versorgungsqualität bestimmen. Mutterschaft wird dabei als sozial und institutionell strukturiertes Feld verstanden, was (un)gleiche vergeschlechtlichte (Sorge-)Positionen hervorbringt. In diesem Setting analysieren die Referentinnen, inwiefern Vielfalt (nicht) gelebt werden kann. Ausgehend von einem demokratischen Grundverständnis stellt sich die Frage, wer unter welchen Bedingungen (k)einen Zugang zu Unterstützung, Ressourcen und Handlungsspielräumen für ein gutes gesundheitliches Wohlbefinden erhält? Vom Standpunkt der reproduktiven Gerechtigkeit eröffnet der Vortrag Ansatzpunkte für eine solidarische, diversitätsgerechte Geburtshilfe jenseits biologistischer und heteronormativer Narrative sowie rechter Mutterideologien.

 

Infos und Anmeldung bitte an: czerney@kgc-sachsen-anhalt.de

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Ein Angebot des Pilotprojekts Mutterschaft und Wissenschaft im Projekt FEM POWER Vision.

Eine Kooperationsveranstaltung des Projekts FEM POWER Vision mit dem Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft und dem icp Berlin.

 

Die Begriffe „Mutterschaft“ und „Mutter“ können Gefahr laufen, gesellschaftliche Zuschreibungen und Stereotype zu reproduzieren. Wir sprechen uns explizit für einen Gebrauch der Begriffe aus, der diese Zuschreibungen reflektiert und offen für die Vielfalt von Müttern und Mutterschaft ist. Nicht nur cis-Frauen sind Mütter, nicht alle Mütter haben geboren und nicht alle, die geboren haben, sind Mütter.

Außerdem betrifft Mutterschaft nicht nur Mütter - alle als weiblich gelesenen Personen werden irgendwann in ihrem Leben auf unterschiedliche Weise mit dem Thema konfrontiert - auch unabhängig von tatsächlich vorhandenen Kindern oder einem Kinderwunsch. Wir meinen damit einerseits Menschen, die sich als Mütter identifizieren, unabhängig von ihrem Geschlecht, und andererseits Menschen, die Mutterschaft erfahren oder damit konfrontiert sind, auch wenn sie sich nicht als Mutter identifzieren.

Letzte Änderung: 02.02.2026 -
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